Resort Guide - Fieberbrunn (A)

Teddy Berr

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Bis vor wenigen Jahren galt Fieberbrunn bei Insidern noch als absoluter Big-Mountian-Geheimtipp. Wer erwartet schon, in dem kleinen Örtchen am Felbertauern eine schillernde Freeride-Perle zu finden, die es mit Big Names wie St. Anton oder anderen Hochkarätern aufnehmen könnte? Diesen Status hat das Resort im Pillerseetal aber inzwischen verloren, denn mit der Aufnahme in die Freeride World Tour und der damit verbundenen medialen Präsenz hat Fieberbrunn in den letzten beiden Jahren mächtig für Wirbel gesorgt.
Warum dieses Juwel jahrelang nur in Szene-Kreisen bekannt war, ist nicht gerade verwunderlich, denn auf den ersten Blick erheben sich oberhalb der Talstation zunächst dicht bewaldete, nicht allzu steile Hänge. Wer diese untere Sektion passiert hat und freie Sicht auf das zweite Stockwerk des Streuböden-Gebiets hat, dem eröffnet sich sofort das immense Potenzial des Resorts. Absoluter Trumpf ist dabei die neue Zehner- Gondel Reckmoos, die den Anschluss zum Massiv des Wildseeloders herstellt, einem der bestimmenden Gip- fel der Kitzbüheler Alpen. An diesem markanten Face messen sich alljährlich Pros der Freeride World Tour. Ergo – wer sich nach einem längeren Hike die Runs an diesem Face antut, sollte wissen, worauf er sich ein- lässt, und sicher auf den Latten stehen.
Die beheizte Bahn erschließt aber auch ein weites Kar, das neben zwei Pisten viele offene Hänge bietet. Hier kann man an einem Powder-Tag auch ohne lange Aufstiege oder Querungen viel Spaß haben. Ein noch größeres Potenzial liegt jedoch in den Varianten, die jenseits des beschriebenen Kars ins Tal ziehen. Vom Gipfellift führt eine kurze Traverse hinüber zum Wild- seeloderhaus. Dort angekommen eröffnet sich ein weiter Kessel zurück ins Skigebiet, in dessen Nordhän- gen einige ernsthafte Routen stecken. Und wem das alles nicht reicht, der findet auf den Abfahrten in den Pletzergraben oder ins Schwarzachental genug offenes Gelände, um seine Spuren in jungfräulichen Schnee zu massieren, selbst wenn der letzte Schneefall schon länger zurückliegt. Man sollte sich vom einfachen Zu- gang zu diesen Varianten aber nicht täuschen lassen. Der Haken liegt hier am Ende des Abfahrtsvergnü- gens, denn der Weg aus beiden Tälern zurück ins Ski- gebiet ist lang. Auf ausreichend Zeitreserven ist also zu achten. Dass vor solchen Touren unbedingt die Lawinenlage gecheckt werden muss, versteht sich natürlich von selbst.
Last but not least werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Freestyle-Optionen in Fieberbrunn. Zwar be- findet sich an der Mittelstation der Steuböden-Bahn je nach Schneelage ein kleiner Park, ernsthafte Free- styler finden im kupierten Gelände aber weitaus bes- sere Alternativen, um sich auszutoben.

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